Geschichte

Die Wiener Würfeluhr

Chronologie eines Wahrzeichens
Die Wiener Würfeluhr wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Stadt Wien entworfen, produziert und an markanten Plätzen positioniert. Als Stadtmöbel seit mehr als 100 Jahren visualisiert die Wiener Würfeluhr aktuell an 73 Standorten im Stadtgebiet Normalzeit und entwickelte sich zum wegweisenden Leitbild sowie Kult-Treffpunkt.

1907
Die erste Wiener Würfeluhr wird an einem Lichtmast an der Kreuzung Opernring / Kärntner Straße in der Wiener Innenstadt montiert. Erdacht und hergestellt vom Wiener Stadtbauamt gemeinsam mit der Firma Ing. Emil Schauer zieht sie durch ihr innovatives Design alle Blicke auf sich. Das Gehäuse ist achteckig und an den Ecken abgeschrägt. Das Uhrblatt weist an Stelle von Ziffern Punkte und Striche in Deltoid-Form auf. Insgesamt wiegt die Wiener Würfeluhr an die 70 Kilogramm und ist mehr als einen Kubikmeter groß. Eine Mutter-Uhr in der nächstgelegenen Plakatsäule an der Wiener Ringstraße steuert durch elektrische Impulse die Zeigerwerke im Würfelgehäuse.

Foto: OENB

1910
Wien führt die Mitteleuropäische Zeit ein. Fortan gilt sie als Normalzeit.

Foto: Gerhard Jagschitz

1926-1938
Parallel zur voranschreitenden Elektrifizierung folgen weitere Würfeluhren im Wiener Stadtbild. 1938 gibt es bereits 37 Würfeluhren. Die Ziffernblätter werden zu Werbeträgern. Sowohl Erzeugerfirma als auch Stadt Wien verewigen sich mit Ing. Emil Schauer. Wien XIX oder Schauer und Normalzeit sowie dem Wiener Stadtwappen.

1950-1980
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges folgt die zweite Ausbauphase. 1971 geht die erste funkgesteuerte Wiener Würfeluhr in Betrieb. Ende 1980 weist Wien die Rekordzahl von 78 Würfeluhren auf.

Foto: unbekannt

2002
Satelliten-Navigation steuert ab sofort die Wiener Würfeluhren.

2007
Die Wiener Würfeluhr wird privatisiert. Alle Wiener Würfeluhren werden durch neue ersetzt und für zehn Jahre der Wiener Städtischen Versicherung überantwortet.
Zu diesem Zeitpunkt erwirbt die Kunsthandelsgesellschaft lichterloh die noch intakten historischen Würfeluhren und würdigt sie als Design-Objekte.

2010-2011
Zum 20-Jahre-Firmenjubiläum initiiert lichterloh das Kunstprojekt Normalzeit. Zwei Dekaden lichterloh sowie ein Buch. 12 international renommierte österreichische Künstlerinnen und Künstler der Bildenden Kunst interpretieren mit dem Ausgangspunkt Wiener Würfeluhr das Thema Zeit in einer Ausstellung. Das Technische Museum Wien nimmt eine Original Wiener Würfeluhr in seine Sammlung auf.

2012
Im Dorotheum findet erstmals die international beachtete Auktion Austrian Design – Objekte aus den Jahren 1920 bis 1960 – statt. Unter den Toplosen ist jene Wiener Würfeluhr, die bis 2007 den Stock-im-Eisen-Platz beim Wiener Stephansdom zierte.

Foto: Fritzkarl Stumpf

2015
Nach Vorlage der Wiener Würfeluhr im Design von Fredi Brodmann präsentiert lichterloh als Weltpremiere die Normalzeit Armbanduhr in New York und kurz darauf in Wien in einer limitierten und durchnummerierten Spezial-Edition von 1907 Stück.

2016
Die Normalzeit Armbanduhr kommt in kleinerer Ausführung und unlimitiert als Red 36 weltweit auf den Markt. Parallel dazu erfolgt der Startschuss für die Marke Normalzeit. Vorerst interpretieren und designen 7 renommierte österreichische Unternehmen im Spiel mit dem Zifferblatt der Wiener Würfeluhr aus ihrer eigenen Produktionsgeschichte heraus qualitätsvolle Gebrauchsgegenstände und Lebensmittel.
Demmers Teehaus, J. & L. Lobmeyr, Porzellanmanufaktur Augarten, R. Horn’s Wien, Staud´s, Weingut Mayer am Pfarrplatz und BarriqueAffairs